Rollenspiel Topliste hier abstimmen RPG-Forenwelt

Gesellschaft und Lebensumstände

Leben auf Exile

Gesellschaft und Lebensumstände

Beitragvon Schreiberling » Freitag 3. Mai 2013, 12:51

38 Jahre sind vergangen, seit die ersten Siedler aus der alten Welt in Exile angekommen sind. Mittlerweile gibt es unter ihnen sogar bereits Nachkommen; die "echten Völker des zweiten Zeitalters". Vor allem aus dem anfänglich friedlichen Zusammenleben zwischen Menschen und Wesen sind dabei Mischblüter entstanden, die unterschiedliche Merkmale zweier Rassen in sich vereinen. Auch die Stadt Elysias ist durch die Zusammenarbeit aller Völker aufgebaut worden - nur durch die Unterstützung der mächtigen Fähigkeiten der Wesen konnte so viel überhaupt in so kurzer Zeit geschaffen werden. Als aber um das Jahr 20 die Menschen begannen, sich gegen alle anderen Rassen abzuheben und die Wesen (und auch die Mischblütler) aus Elysias zu vertreiben, entstand ein Stück außerhalb das Dörfchen Port Geneve, das den Vertriebenen genauso als Zufluchtsstätte dient, wie den mit ihnen sympathisierenden Menschen.

Als Herrscher über Elysias hat sich in dieser Zeit Fürst Andrej Warscenikov hervorgetan, der von seiner Residenz im Norden der Stadt über deren Geschicke regiert. Er hat sowohl die Befehlsgewalt über eine ausreichend große Anzahl an Wachen, die zum Schutz der menschlichen Bevölkerung, seines eigenen Leib und Lebens und zur Überwachung der Einhaltung der ebenfalls von Warscenikov festgelegten Gesetze und Regelungen innerhalb der Stadtmauern abgestellt sind, als auch die selbst erteilte Befugnis zur Rechtssprechung, wenn es um individuell zu beurteilende Gesetzeswidrigkeiten und Streitereien geht. Es handelt sich um einen selbst ernannten Fürsten, der in Wahrheit überhaupt kein blaues Blut in sich trägt. Er stammt ursprünglich aus Russland, wo er lange Zeit als Kommandant einer größeren Armee-Einheit im Einsatz war. Dementsprechend verfügt er über die nötigen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften, um sich zu behaupten und im rechten Augenblick die passenden Fäden zu ziehen. Warscenikov wird durch einen 12-köpfigen Stadtrat unterstützt, dessen einzelne Mitglieder gleichzeitig unterschiedliche Ämter und Befugnisse bekleiden. Natürlich verlangt er von ihnen allen absolute Loyalität und wer sich auch nur in der Öffentlichkeit gegen eine seiner (von machen Leuten als wahnhaft betitelten) Ideen äußert, wird hart bestraft. Eine davon, und das ist wohl für unsere Geschichte auch die Wesentlichste, ist die, in Elysias nur Menschen zu dulden und alle anderen Wesen aus der Stadt zu verjagen oder hinzurichten.

Natürlich weiß der Fürst, dass seine Machtposition von den Wesen und selbst von einem Teil der Menschen keinesfalls gern gesehen wird. Die Ausgrenzung der Wesen dient also in erster Linie seinem eigenen Schutz und zugleich auch der Unterdrückung von Ideen und Meinungen, die er entweder erst gar nicht versteht, oder die einfach nicht mit den seinen überein stimmen. Um jeden Preis versucht er seine Doktrin zu verfolgen und jeglicher Widerstand wird gnadenlos niedergeschmettert; die Aufrechterhaltung des - immerhin funktionierenden - Systems immer als oberstes Ziel im Blick. Andererseits findet er auch viele Anhänger; seien es nun Städter, die einfach froh sind, sich an konkreten Regeln orientieren zu können, oder solche, die Angst vor den fremdartigen Wesen, ihrer Magie und ihren übernatürlichen Fähigkeiten haben und sie lieber auf sicherem Abstand wissen wollen - oder aber auch Fanatiker, die eine ähnlich radikale Auffassung haben, wie Warscenikov selbst. Sogar das ein oder andere Wesen mag heimlich Gründe für sich gefunden haben, weshalb es die Herrschaft des Fürsten für richtig hält.

Das ist der Zwiespalt, der sich wie ein roter Faden durch alles und jedes rund um Elysias und Port Geneve zieht: Die Meinungen sind so unterschiedlich, wie sie nur sein können. Während so Mancher sich einfach nur ein friedliches Dahinexistieren wünscht und sich aus allen Dingen am Liebsten heraus hält, gehen andere auf die Barrikaden. Unter den Wesen herrscht vielstimmig der Wunsch, die menschliche Herrschaft ein für allemal zu beenden, denn sie alle sind ja gerade erst der alten Welt entflohen, in der sie nur noch unerkannt und von den Menschen verleugnet haben existieren können. Allein durch rohe Gewalt lässt sich das Problem allerdings nicht lösen, denn nur ein Teil von ihnen ist überhaupt gewalttätig. Und trotz ihrer Fähigkeiten, mit denen sie den einfachen Menschen teilweise weit überlegen sind, wären sie durch ihre Uneinigkeit nur wenige gegen eine zahlenmäßige Übermacht.

Gesellschaftliche Unterschiede
ergeben sich abgesehen davon kaum; eine offizielle Aufteilung der Bevölkerung in Schichten gibt es (noch) nicht, allerdings hat sich ein gewisser Kreis aus "Neureichen" im Dunstkreis des Fürsten etabliert, der alles daran setzt, sich durch Besitztümer und politische oder wirtschaftliche Profilierung vom gemeinen Volk abzuheben. Es handelt sich um noch sehr junge Ansiedlungen, die sich beide im immerwährenden Auf- und Ausbau befinden. Da keinerlei materielle Ressourcen aus der alten Welt nach Exile mitgenommen werden konnten und können, existiert zwar umfassendes Wissen, sowohl im technologischen, als auch naturwissenschaftlichen Bereich, doch alle sind gleichermaßen dazu gezwungen, mit den Rohstoffen auszukommen, die ihnen das Land, auf dem sie leben, bietet.

Dadurch ähneln die Lebensumstände weitestgehend jenen im irdischen Mittelalter und sind geprägt von viel harter, körperlicher Arbeit, fragwürdigen hygienischen Bedingungen und bodenständigen, einfachen Berufen. Grundlegende Schulbildung und Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen sind allerdings selbstverständlich; auch bei denjenigen, die schon auf Exile geboren sind. Noch dazu gibt es auch keinerlei Aufzeichnungen aus der alten Welt, so dass ungenutztes Wissen, das nicht von eifrigen Schreibern festgehalten wird, nach und nach unweigerlich immer mehr verloren geht. Ehemalige, auf der Erde gültige Werte wie besondere Reich- und Besitztümer, hohes Ansehen oder ein gehobener gesellschaftlicher Status sind hier nicht mehr von Bedeutung und können sich höchstens neu erarbeitet werden.

Sprachen
sind naturgemäß so viele vorhanden und gängig, wie sie durch die Siedler aus der alten Welt mitgebracht wurden und werden; es hat sich aber durch magischen Einfluss mit der Zeit eine Gemeinsprache herauskristallisiert, die intuitiv verstanden werden kann und innerhalb kurzer Zeit erlernbar ist.

Da Metalle in jeglicher Form ausgesprochene Mangelware sind und das Wenige, was an Eisen und Titan verfügbar ist, handwerklich verarbeitet wird, existieren als echte Zahlungsmittel nur Kupfermünzen. Aufgrund ihrer begrenzten Menge sind diese aber von relativ großem Wert. Gold ist so selten, dass viele einfache Menschen und Wesen es ihr gesamtes Leben auf Exile lang wahrscheinlich erst gar nicht zu Gesicht bekommen. Dessen Wert ist daher ausgesprochen hoch. Allein der Fürst und einige Wenige der neureichen Gesellschaft in Elysias sollen ein paar Handvoll goldener Münzen besitzen. Hauptsächlich wird also in Naturalien gehandelt, sprich, durch Tausch.
Schreiberling
Spielleiter
 
Beiträge: 548
Registriert: 01. Mai 2013

Zurück zu Foren-Übersicht

Zurück zu Hintergründe

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast