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[Magie] Einsatz von Schwarmwürmern bei ausgewählten Personen


[Magie] Einsatz von Schwarmwürmern bei ausgewählten Personen

Beitragvon Nicolas » Donnerstag 14. Januar 2016, 00:42

Konventioneller Einsatz von Schwarmwürmern bei ausgewählten Probanden

Ein Bericht von Nicolas von Arnstein




1. Einleitung


Im Folgenden möchte der Verfasser dem geneigten Leser berichten, auf welche Art und Weise es gelang, die Spezies des Schwarmwurms im Sinne des Fortschritts für die Menschheit dienstbar zu machen. Ausdrücklich bedankt sich der Verfasser bei jenen Probanden, deren Körper Verwendung fanden und er möchte ihren Angehörigen wissen lassen, dass ihre Opfer nicht vergebens waren. Der Weg des Fortschritts ist ausgesteckt mit Meilensteinen, die uns gleichsam als Grabsteine an die Vergänglichkeit des Lebens und zugleich an die unabdingbare Notwendigkeit gemahnen, die menschliche Existenz durch stetes Bestreben stets zu verbessern.

Eingedenk der Lesefähigkeiten der Mehrheit der exilianischen Bevölkerung verzichtet dieser Bericht auf ausufernde Fachsprache und detaillierte wissenschaftliche Ausführungen, um ein breites Publikum zu erreichen. Die Einsichtnahme des naturwissenschaftlichen Berichts erfolgt ausdrücklich auf persönliche Anfrage und nur durch Gutdünken des Verfassers.


2. Schwarmwürmer – Eine kurzer Überblick


Eine detaillierte Abschrift des Berichts über den Schwarmwurm findet sich in der Bibliothek der Forschergilde, auf welche der Verfasser an dieser Stelle hinweisen möchte. Trotzdem wird an dieser Stelle im Groben jenes kuriose Kollektiv von Wirbellosen vorgestellt, deren außergewöhnliche Fähigkeiten der Verfasser für die Menschheit dienstbar gemacht hat:

Schwarmwürmer sind wirbellose Hybride aus Parasiten und Symbioten, deren Lebensraum auf Exile bis jetzt einzig im Südlichen Sumpfland verortet werden konnte. Schwarmwürmer bilden stets Gruppen und benötigen für ihre Vermehrung einen Wirt, bevorzugt einen höher entwickelten Organismus, also Wirbeltiere. Das Schwarmwurm-Kollektiv übernimmt, nach Eindringen in den Organismus, binnen kurzer Zeit die Kontrolle des Wirts, indem er auch Einfluss auf das Gehirn und die Nervenbahnen ausübt. Führt letztendlich der Befall zum Tod, stattet der Schwarmwurm zuvor den Wirt mit außergewöhnlichen Fähigkeiten aus, die eine Nutzbarmachung des Tieres für die Menschheit rechtfertigen.


3. Mensch und Schwarmwurm – Die Vorteile und Nachteile der Symbiose


Der Schwarmwurm ist bestrebt, seinen Wirt solange am Leben zu erhalten, wie es für die Vermehrung seiner eigenen Art von Bedeutung ist. Da der Schwarmwurm außerhalb eines Wirtskörpers ein äußerst zerbrechliches Geschöpf ist, er obendrein ursprünglich magischen Ursprungs zu sein scheint, lässt er dem Wirtskörper erstaunliche Widerstandskräfte angedeihen, um beider Überleben bestmöglich zu gewährleisten. Folgendes lässt sich an menschlichen Versuchspersonen beobachten:

extreme Regeneration: Der Wirtskörper verfügt über Selbstheilungskräfte, die seinesgleichen suchen. Das geht bisweilen soweit, dass die Schwarmwürmer abgetrennte Körperteile, den Kopf gar, unter Zuhilfenahme ihrer eigenen Wurmkörper binnen Sekunden wieder zusammenzufügen versuchen.
Magieimmunität: Der Wirtskörper wird resistent gegen manipulierende Magie.
Erhöhte Konstitution: Der Wirtskörper wird ausdauernder und leidensfähiger.

Es darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass der Befall mit Schwarmwürmern natürlich auch negative Folgen für den Wirtskörper mit sich bringt. In erster Linie handelt es sich hierbei um eine Veränderung, wenn nicht gar Übernahme des Bewusstseins des Wirtes, wie Beobachtungen am Menschen zeigen konnten. Letztendlich ist der Befall auch immer tödlich für den Wirt, wenn eine kritische Masse des Schwarmwurm-Kollektivs erreicht wird und die Organismen zwecks Vermehrung sich neue Wirte suchen. Der Verfasser suchte daher nach Mitteln und Wegen, die Nachteile nach Möglichkeit vollständig zu beseitigen.


4. Das Endprodukt – Verfahren zur Zähmung


Es sollte sich herausstellen, dass eine Bewahrung des ursprünglichen menschlichen Bewusstseins bei einem Befall mit Schwarmwürmern unmöglich erscheint, will man auf die positiven Eigenschaften des wirbellosen Kollektivs nicht verzichten. Für den Schwarm ist es zwingend erforderlich, die Kontrolle über seinen Wirt zu gelangen. Man kann nur darüber spekulieren, wie und auf welche Weise er Einfluss nimmt. Ohne Zweifel kommt es zu einer Wesensveränderung, doch der Wirt nimmt weiterhin seine Umwelt wahr, kommuniziert auch mit Artgenossen.

Zwei Probleme mussten gelöst werden, um an einen massenhaften Einsatz des Schwarmwurms denken zu können: 1. die Kontrolle über den Wirt und 2. die Kontrolle über den Schwarmwurm.

Zu Punkt 1: Töricht wäre es, einen befallenen Menschen unkontrolliert in Menschenmengen leben zu lassen. Die Gefahr ihn zu verlieren ist zu groß und alle Arbeit wäre vergebens.
Zu Punkt 2: Das Schwarmwurm-Kollektiv zeigt innerhalb eines Wirts ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Unkontrollierbarkeit, resultierend aus einem ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb. Es ist daher zwingend notwendig, Maßnahmen zur Beherrschung des Kollektivs zu ergreifen.


Erfolgreich erwies sich die Prozedur, den Wirtskörper vor der Zuführung der Würmer mit speziellen Mitteln vorzubereiten. Dem Verfasser wurde hierbei das Wissen zuteil, dass er dereinst durch die Wiederbelebung einer bereits toten Menschenfrau durch Einkerkerung eines Dämons gewonnen hat. Als überaus schwierig erwies es sich jedoch, die Versuchsperson während ihrer Präparierung am Leben zu erhalten. An ausgewählten Stellen ritzte der Verfasser Siegel in die Knochen der Person, ohne sie jedoch zu aktivieren. Eine vorschnelle Aktivierung hätte die Schwarmwürmer verschreckt und den ganzen Vorgang in Gefahr gebracht.
Weiter wurden ausgewählte Tonika eingesetzt, die alleine vollkommen nutzlos, durch spätere Zusammenführung mit anderen Stoffen jedoch eine bindende Wirkung auf die Schwarmwürmer auswirken sollten. Zu guter Letzt wurde gar ein Siegel in das Gehirn des lebenden Patienten implementiert, um eine vollständige Kontrolle zu gewährleisten.

5. Schluss

Man kann mit Recht behaupten, dass der Verfasser die Schwarmwürmer in eine Falle gelockt hat. Der Patient wurde alsbald nach dem Befall weiterbehandelt, Tonika verabreicht, Siegel nicht durch Magie, sondern durch andere Methoden aktiviert.
Es soll hierbei nicht verschwiegen werden, dass nebenbei eine andere Person dergestalt behandelt wurde, als dass sie dazu befähigt ist, den Endprodukten Befehle zu erteilen. Sie fungiert gleichsam als Herr und Meister der erfolgreich behandelten Versuchspersonen, da sie den Schwarmwürmern, und damit den Wirtskörpern, ihren Willen aufzuzwingen vermag.

Der Verfasser geht davon aus, dass nach einer Erprobungs- und Beobachtungsphase von mindestens einem Jahr das Projekt optimiert weitergeführt werden wird.
Nicolas
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